Christine Grän im Interview

21. Oktober 2016
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Christine Grän (c) Angelika Bardehle

„In jedem der Hauptdarsteller steckt ein Stück von mir“

Ein Gespräch mit unserer Autorin Christine Grän über ihre Figuren, ungewöhnlichen Humor und ihre Romane.

 

Liebe Frau Grän, Ihre Ermittlerin Anna Marx ist Journalistin – genau wie Sie selbst. Und auch Annas erster Fall beruht auf einer realen Begebenheit. Wie viel von der Wirklichkeit fließt in Ihre Bücher ein?

Christine Grän: „Heißt es nicht, Autoren schreiben in vielen Variationen immer nur über sich selbst? Anna Marx wurde 1982 in einer Lodge in Botswana geboren – als 30-jähriges Alter Ego, natürlich stark verfremdet. Sie ist eine lasterhafte, chaotische Moralistin, hartnäckig auf der Suche nach der guten, wahren Story. Damals im Busch war sie für mich ein Stück Heimat, Erinnerung an die Zeit als Journalistin in Bonn.“

 

graen-2Ihr Roman HELDENSTERBEN ist ein legendäres Wien-Denkmal und ganz anders als Ihre ANNA-MARX-Krimis. Was hat Sie zu diesem Roman bewogen?

Christine Grän: „Ich bin Österreicherin. Wir pflegen diese Hassliebe zu Wien. Ein herrliches Motiv, den Roman in dieser Stadt anzusiedeln. Zumal die Hauptperson ein sehr schräges Wesen mit Hang zu bizarren Selbstmorden ist. In ,Heldensterben‘ habe ich meinen Hang zu grandiosen Verlierern ausgelebt. Und ja, ich gebe zu: In jedem der vier Hauptdarsteller steckt ein Stück von mir.“

 

graen-3Liebe Frau Grän, Anna Marx ist eine Ikone unter den Ermittlerinnen: kurvig, vorlaut, unperfekt – und darin grandios. Sie hätten sie aber auch blond und schmal tailliert gestalten können …

Christine Grän: „Mir gefallen rothaarige, üppige Frauen à la Marx einfach besser als schmale Blonde. Damit sind äußere Ähnlichkeiten zwischen uns ausgeschlossen. Und ich mag Frauen mit Humor – unvollkommene Wesen brauchen ihn dringend, um ihr Ego in Form zu halten. Anna Marx hasst Diäten und Sport in jeglicher Form. Wie schön ist das denn?!“

 

 

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