Ein kleiner Rückblick auf die lange Nacht des eBooks

5. März 2015
dotbooks

DSC_3186Am Abend des 27. Februar widmete sich ganz München dem Thema „eBooks“. Ganz München? Nun ja, zumindest ging es an ein paar Orten rund: Mehrere Verlage und andere Branchenteilnehmer haben an diesem Tag zu Veranstaltungen rund um das digitale Publizieren eingeladen – so auch wir von dotbooks. Dabei wurden wir von zwei großartigen Autoren unterstützt, die mit uns über ihre ganz persönliche „Chance eBook“ gesprochen haben: Bestsellerautorin Tanja Kinkel und Newcomer Albrecht Mangler. Hier ein paar Eindrücke für euch:

Tanja Kinkel schreibt seit vielen Jahren sehr erfolgreich historische Romane. Zu Beginn ihrer Zeit als Autorin standen für Recherchearbeit und Schreibprozess noch nicht die technischen Hilfsmittel zur Verfügung, wie wir sie jetzt haben. So überraschte mich Tanja im Gespräch beispielsweise damit, dass sie ihr allererstes Manuskript sogar handschriftlich verfasst hat. So weit liegt Albrecht Manglers literarisches Debüt nicht in der Vergangenheit: Er konnte sich von Anfang an auf Computer stützen.

Was die Recherche betrifft, so sind beide Autoren sehr glücklich, das Internet als zusätzliches Medium nutzen zu können – aber immer mit dem Bewusstsein, dass auf Wikipedia nicht unbedingt nur Schlaues steht. Vorarbeiten für Recherchen (zum Beispiel das Durchforsten von Beständen der einzelnen Bibliotheken) oder auch neue Interview- und Rückfragemöglichkeiten (so etwa durch eMails) erleichtern unseren Autoren ihre Arbeit enorm!

Tanja Kinkel im Gespräch mit dotbooks Programmleiter Timothy Sonderhüsken (c) Andreas Gyo

Tanja Kinkel im Gespräch mit dotbooks Programmleiter Timothy Sonderhüsken (c) Andreas Gyo

Und wie sehen Tanja und Albrecht ihre unterschiedlichen Möglichkeiten bei Printverlagen oder im eBook?

Tanja veröffentlicht bei ihrem Hausverlag Droemer ihre gedruckten – und umfangreichen – Romane. Das eBook bedeutet für sie nun die Möglichkeit, eine fast vergessene literarische Gattung für sich zu erobern: die Novelle, die heutzutage bei den wenigsten Print-Verlagen eine Chance hätte. Mit EIN FREIER MANN (gerade erst erschienen) beweist sie nun bei dotbooks einmal mehr eindrucksvoll, dass auch historische Stoffe nicht ausschließlich auf mehreren hundert Seiten erzählt werden können – und die kürzere Form eine noch größere Intensität zulässt.

Auch Albrecht schätzt die Option, sich kürzer fassen zu können, statt ein Manuskript von circa 250 Seiten abliefern zu müssen: Manches kommt so einfach knackiger auf den Punkt! Außerdem ist sein Titel UNVERSCHLÜSSELT, eine nicht ganz rosige Zukunftsvision, geradezu dafür prädestiniert, digital zu erscheinen – leben seine Protagonisten doch in einer Welt, in der das Internet den Alltag beherrscht.

Und wie haben sich Tanjas und Albrechts Lesegewohnheiten verändert, seit das eBook die Welt erobert hat? In diesem Punkt sind sie sich ziemlich einig: Das ist absolut situationsabhängig! Auf Reisen sind iPad und Smartphone praktischer und schonender für die Bandscheiben – zuhause auf der Couch fühlt sich die bibliophile Gesamtausgabe zwischen den Fingern aber dann doch auch sehr schön an. Albrechts großer Wunsch: „Ich möchte endlich das Hardcover im Bundle mit dem eBook bekommen, dann müsste ich mich nicht immer entscheiden!“

Kleine Mikrophon-Hilfe für Albrecht Mangler von Lektorin Susanne Schmitz

Kleine Mikrophon-Hilfe für Albrecht Mangler von Lektorin Susanne Schmitz

Die Meinungen gingen dann allerdings auseinander, als Programmleiter Timothy Sonderhüsken fragte, ob die Autoren wissen wollen würden, an welcher Stelle des Buches die Leser ausgestiegen sind (durch Tracking ja alles machbar). Tanjas Antwort war ein klares „Nein!“, wohingegen Albrecht mit einer Gegenfrage antwortete: „Wäre das beim gedruckten Buch nicht noch viel spannender?“

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal bei dem großartigen Publikum bedanken! Und natürlich bei der Wiener’s Kaffeebar, die uns mit viel Liebe und Geduld beherbergt hat – DANKE!

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