„Novembermord“ von Berndt Schulz

17. Dezember 2014
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IMAG1635Susann Harring, Volontärin im Lektorat, stellt „Novembermord“ vor – den ersten Band einer Krimiserie von Autor Berndt Schulz um den Ermittler Martin Verlsmann:

Viele meiner Freundinnen lieben Krimis. Sie lesen fast nichts anderes – und wenn wir uns dann treffen, geht es los: Welcher Kommissar ist besser? Welcher Mord war grausamer? Lieber traditionelle Ermittlungsarbeit oder DNA-Jagd? Ich sitze daneben und langweile mich meistens (passend zum Genre) tödlich. Denn ich lese nur selten Krimis und nur auf ausdrückliche Empfehlung. Das sind dann allerdings oft wahre Glücksmomente. Dann verstehe ich, warum andere Leser das Spannungsgenre lieben.

So ging es mir auch mit NOVEMBERMORD von Berndt Schulz. Erst war ich skeptisch: Ein Krimi aus Deutschland, und dann auch noch der Auftakt zu einer Serie von einem mir bis dahin unbekannten Autor? Aber dann schwärmte meine Kollegin Petra in den höchsten Tönen und ich schaltete noch am gleichen Abend meinen Reader an. Schon der erste Fall des Fuldaer Kommissars Martin Velsmann überzeugte mich völlig: Herr Velsmann und seine Assistenten Alfons Freygang und Tosca Poppe lösen ihre Fälle ganz ohne Ermittler-High-Tech auf die traditionelle Art, mit viel Einsatz und Herzblut – das müssen sie auch, denn sie haben es mit einem Täter zu tun, der von inneren Dämonen gequält wird und diese durch brutale Morde loszuwerden versucht.

E_Schulz_Novembermord_01.inddDie erste Bluttat geschieht in einer verschneiten Novembernacht, die alle Spuren ganz von allein verwischt. Zurück bleibt eine rätselhafte Leiche, aber kein einziger Anhaltspunkt für die Polizei. Velsmann weiß nur, dass dies kein „normaler“ Mord ist – zu inszeniert wirken die Leiche und der Tatort. Dieser Verdacht bestätigt sich, als kurz darauf ein zweiter Mord geschieht, ebenso mysteriös, aber ganz anders. In Velsmann keimt ein grausiger Verdacht: Gibt es im beschaulichen Kinzigtal, wo eigentlich nie etwas Schlimmes passiert, nun auf einmal zwei Täter? Oder versucht der Mörder nur, seine Spuren zu verwischen?

Während ihrer Ermittlungsarbeiten geraten Velsmann, Freygang und Poppe immer tiefer in eine verborgene Welt des Mittelalterlichen und Okkulten – ein Ritterorden taucht auf, eine geheime Loge, Waffenfanatiker, und mittendrin steht der so harmlos wirkende Karl Petry. Kommissar Velsmann ist von dessen Unschuld überzeugt, doch wieso gerät der Grundschullehrer immer wieder ins Blickfeld, während sich die Ereignisse überschlagen?

Schulz Berndt (c) Rosa Merk

Schulz Berndt (c) Rosa Merk

Berndt Schulz ist bereits als Autor von zahlreichen Krimis und Historienromanen bekannt. Gekonnt haucht er in NOVEMBERMORD seinen Charakteren Leben ein, so dass ich Velsmann, Feygang und vor allem die junge Polizeiaspirantin Poppe auf Anhieb mochte. Gerade durch deren furchtlose und freche Art besitzt dieser Krimi nicht nur jede Menge Spannung – denn schließlich kommt sie dem Mörder auf die Spur –, sondern auch einen enormen Unterhaltungswert. Der sensible Velsmann, der am liebsten seinem Bauchgefühl folgt, und der Macho Freygang, der dagegen lieber auf harte Fakten setzt, müssen sich warm anziehen, um mit ihrer Kollegin mithalten zu können.

Nun kann ich also auch in der Krimirunde meiner Freundinnen mitreden, wenn es um Kommissare, Leichen und Tatorte geht. Und das Beste: Ich werde auch in Zukunft noch ein paar gute Lesetipps weitergeben können, denn ich freue mich schon auf die Fortsetzungen von NOVEMBERMORD: ENGELMORD, REGENMORD und FRÜHJAHRSMORD.

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