Simone Bauer im Interview

29. Dezember 2016
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Simone Bauer (c) Arhlt

„Das dazwischen ist das Schwierige.“

 Ein Gespräch mit Simone Bauer über Freundinnen, Erwachsenwerden, Gitarrensoli und ihren witzig-coolen Coming-of-Age-Roman „Es ist kompliziert, du aber auch“.

 

Liebe Simone Bauer, in ihrer Roman ES IST KOMPLIZIERT, DU ABER AUCH mischen sich laute und leise Töne. So turbulent und lustig das Buch ist, es geht doch um die große Frage: ‚Was will ich eigentlich im Leben?‘ Was hat Sie dazu inspiriert?

Simone Bauer: „Vermutlich das Gefühl: ‚Du bist nicht allein!‘ Eine enge Freundin der Hauptfigur Elisa konfrontiert diese recht früh im Buch mit aberwitzigen Fragen nach ihrer Zukunft. So etwas habe ich in den letzten Jahren natürlich häufig selbst erlebt und das fand ich als Thema spannend. Eine große Motivation war auch mein näheres sowie weiteres Bekanntenfeld, in dem ständig mit den eigenen Berufsentscheidungen gehadert wird: Ist diese Stadt richtig für mich? Ist dieser Job wirklich mein Ziel? Was macht mich eigentlich glücklich? Und natürlich die Erkenntnis, dass es zumindest ein wenig hilft, zu wissen, dass andere oft ganz genauso mit solchen Fragen hadern wie man selbst.“

 

bauer-es-ist-kompliziert-1So wichtig das Thema Liebe im ihrem Roman ist, im Zentrum von ES IST KOMPLIZIERT, DU ABER AUCH steht eine starke Frauenfreundschaft, die immer wieder herausgefordert wird. Was ist Ihnen an diesem Thema besonders wichtig?

Simone Bauer: „Die Beobachtung, dass viele Freundschaften leicht in die Binsen gehen, wenn ein Typ um die Ecke kommt. Da werden gut und gerne Jahre an gemeinsamen Erlebnissen einfach von heute auf morgen vergessen. Bei Bonnie und Elisa ist es zwar ein bisschen kniffeliger als das, aber die Schmerzen sind sehr groß. Die Schwierigkeit von Fernfreundschaften – zwischen Elisa und Janne – spielt ebenso eine Rolle. Das ist es auch, was mir an dem Genre der sogenannten Chick-Lit besonders gefällt: dass Frauen im Mittelpunkt stehen. Denn seien wir ehrlich, so oft kommt das nicht vor. Daher zeichnet für mich auch gute Frauenliteratur aus, dass es eben nicht nur um die Suche nach Liebe geht! Im Leben zählt doch noch so vieles andere – Freundschaft und Karriere, beispielsweise.“

 

Das Leben Ihrer Protagonistin Elisa ist ziemlich wild – alles nur Fiktion, oder haben Sie all dieses Chaos wirklich selbst erlebt?

Simone Bauer: „Ich halte es schon immer so, dass einzelne Anekdoten tatsächlich aus meinem Leben gegriffen sind. Davon ist natürlich einiges in ES IST KOMPLIZIERT, DU ABER AUCH eingeflossen. Mir ist es aber wichtig, keine Autobiografie abzuliefern – ich denke, das will auch niemand. Auch, wenn es manchmal bei mir schon sehr chaotisch zugehen kann – meine Hauptfigur Elisa ist da gar nicht so weit von mir entfernt. Wilde Spekulationen gibt es natürlich im Bekanntenkreis, aber wenn mich jemand fragt … ist natürlich alles frei erfunden. Tatsächlich schreibe ich sehr viel unterwegs – mit dem Laptop im Schoß im Zug oder wirklich einiges auf meinem Smartphone. Meine Inspiration kann ein einzelner lustiger Satz sein, der mir einfällt, oder die Beobachtung einer gewissen Szenerie – im Prinzip alles. Hauptsache, der Soundtrack auf den Ohren stimmt, dann kann ich in jeder Lage schreiben.“

 

bauer-es-ist-kompliziert-2Ihr Roman ES IST KOMPLIZIERT, DU ABER AUCH ist witzig und mühelos verspielt. Man merkt gar nicht, welche Anstrengung Schreiben wohl macht – doch was ist schwerer: Den ersten oder letzten Satz eines Buchs zu schreiben?

Simone Bauer: „Diese Sätze habe ich recht schnell. Das dazwischen ist das Schwierige. Generell entsteht ein Roman bei mir aus verschiedensten Szenengedanken und erdachten Dialogen, die es zusammen zu schnüren gilt.“

 

Häufig geht es um den idealen Roman: Aber wie stellen Sie sich den idealen Leser ihres Buches vor?

Simone Bauer: „Vermutlich ein wenig wie ich, ein wütendes Was-mit-Medien-Mädchen. “

 

Wenn Sie sich für einen Tag in das andere Geschlecht verwandeln könnten: Was würden Sie tun?“

Simone Bauer: „Ich würde mich in den Frontman von Placebo, Brian Molko, verwandeln und den ganzen Tag lang Gitarrensoli spielen.“

 

 

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