Verlagsgeschichten: Bücher kaufen?!

20. Februar 2017
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Blog Illustration für VerlagsgeschichtenUnser Programmleiter Timothy Sonderhüsken arbeitet seit 1991 in der Verlagsbranche – und hat darum schon einiges erlebt. Was er besonders an seinem Job liebt? Das immer noch jeder Tag eine Überraschung für ihn bereit hält. So wie diese hier …

 

Das Telefon klingelt.

Anrufer: „Guten Tag, ich muss mich wohl mal beschweren bei Ihnen.“
Programmleiter: „Das tut mir leid. Was kann ich für Sie tun?“
Anrufer: „Ich habe in einem Ihrer Bücher gelesen, dass Sie mir weitere Bücher schicken. Und nun habe ich von einer Frau bei Ihnen eine Mail bekommen, aber keine Bücher, und sie sagt, sie schickt mir auch keine, und ich soll mit Ihnen sprechen. Dabei will ich nur die Bücher haben.“
Programmleiter: „Oh, ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor. Wir …“
Anrufer: „Sie wollen mir also keine weiteren Bücher schicken? Aber das schreiben Sie doch in Ihrem Buch!“
Programmleiter: „Wir haben in unseren Büchern einen Hinweis im Impressum, dass wir Ihnen gerne weitere Lesetipps geben, wenn Ihnen das Buch gefallen hat.“
Anrufer: „Das Buch hat mir aber nicht gefallen.“
Programmleiter: „Das tut mir leid. Dann schlage ich Ihnen natürlich gerne Bücher vor, die Ihnen dann hoffentlich besser gefallen.“
Anrufer: „Und die schicken Sie mir dann?“
Programmleiter: „Nein, die schicke ich Ihnen nicht – die können Sie überall kaufen, wo eBooks angeboten werden.“
Anrufer: „Ich soll Bücher KAUFEN?“

Er klingt dabei … ja nun, wie klingt er … irgendwie amüsiert, aber auch empört.

Programmleiter: „Sie können das Buch natürlich auch ausleihen bei Skoobe oder Kinde Unlimited oder …“
Anrufer: „Und kostet das dann was?“
Programmleiter: „Soviel ich weiß, zahlen Sie bei den Onlinebibliotheken einen Monatsbeitrag und …“
Anrufer: „Ich werde doch kein Geld für Bücher ausgeben!“

Programmleiter (nach einem kurzen Moment der Sprachlosigkeit): „Und wenn ich fragen darf – das Buch, in dem Sie den Hinweis auf unseren Leserservice gefunden haben, wie hat das den Weg zu Ihnen gefunden?“
Anrufer: „Das habe ich mir aus dem Internet geladen, aber das war kostenlos. Für sowas muss ich doch nicht bezahlen!“
Programmleiter: „Wer sagt das?“
Anrufer (muss kurz überlegen): „Ja, nun, das stand auf dieser Website, dass da alles kostenlos für mich bereit steht.“
Programmleiter: „Und das nennt man dann Piraterie – oder auch Diebstahl.“
Anrufer: „Ich stehle doch nicht, ich lade mir nur Sachen aus dem Internet, das ist ja wohl nicht verboten.“
Programmleiter: „Doch.“
Anrufer: „Glaube ich nicht.“
Programmleiter: „Dann kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen.“
Anrufer: „Ihren Verlag werde ich nicht weiterempfehlen!“
Programmleiter: „Das finde ich vollkommen okay“

 

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