Bastian Ludwig und seine Rhön – gemalt in den sattesten Farben

26. März 2015
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Bastian Ludwig (c) privat

Bastian Ludwig (c) privat

„Schreibe über das, was du kennst.“ Irgendwann ganz zu Beginn der Arbeit an meinem Debütroman „Des Teufels Mörder“ habe ich beschlossen, meine Geschichte diesem alten Rat folgend in der Rhön spielen zu lassen, dem Mittelgebirge, in dem ich lebe und mit dem ich vertraut bin.

Nun ist für mich einer der interessantesten Aspekte am Schreiben aber, dass ich mich mit Dingen auseinandersetzen kann, die sonst mit meinem Alltag nicht wirklich viel zu tun haben. Der Gedanke, die Rhön einfach nur so, wie ich sie jeden Tag durch die Fenster meiner Wohnung sehe, möglichst realitätsnah – wenngleich natürlich trotzdem subjektiv – zu beschreiben, kam mir deswegen schnell langweilig vor.

 

Ludwig 2Ich wollte einen Weg finden, die alltäglichen Seiten der Region aus einem anderen Blickwinkel darzustellen; wer sie kennt, sollte sich beim Lesen denken: „Ja, natürlich ist das die Rhön … aber irgendwie anders.“ Mein Mittel der Wahl war, den großen Pinsel auszupacken, und die Rhön nicht lebensnah, sondern in Überlebensgröße auf Papier zu bringen. Die Wälder, in denen die Hauptfiguren Ella Farning und Everd Edinger ihre Abenteuer erleben, sind noch etwas dichter und unwegsamer als in der Realität, die Bäume knorriger, die Basaltseen tiefer und ihr Wasser dunkler, die Felshänge steiler und zerklüfteter, die Burgruinen weitläufiger.

Und so ist die Rhön in „Des Teufels Mörder“ weniger so, wie sie tatsächlich ist, als vielmehr so, wie ich sie mir gerne vorstelle: größer, dunkler, unheimlicher. Das Gemälde eines Ausschnitts der Wirklichkeit, gemalt in den sattesten Farben.

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