Berndt Schulz über seine Krimis „Moderholz“ & „Wildwuchs“

31. Mai 2017
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Berndt Schulz (c) Rosa Merk Berlin

„Es muss Widersprüche und Gegensätze geben!“

Unser Autor Berndt Schulz über inspirierende Kontraste, die Rückkehr der Angst und seine Frankfurt-Krimis MODERHOLZ und WILDWUCHS:

 

Die Idee zu den Gartenkrimis kam mir, weil ich mir nichts Schöneres vorstellen kann, als ein düsteres Geschehen in einen möglichst blühenden, strahlenden Garten zu verlegen. Ich kann dann beim Recherchieren und Schreiben in den schönsten Gärten und Parks sitzen und gleichzeitig meiner Lieblingsbeschäftigung frönen, nämlich mir eine spannende Krimihandlung ausdenken. Das ist ein Kontrast, der mich nach beiden Seiten meiner Lebensbedürfnisse hin absichert und hält.

Schulz, Moderholz und Wildwuchs 2Der Krimi ist ja das Genre, mit dem wir ein zentrales Phänomen der modernen Gesellschaft literarisch bearbeiten, nämlich die Angst. Und auch der Garten hat mit der Bearbeitung von Ängsten zu tun. Denn ein Garten – je schöner und blühender desto mehr – ist ja der Versuch, die Natur zu zivilisieren. Er wird angelegt, gehegt und gepflegt, die Pflanzen werden beschnitten und so weiter. Im Garten ist die Natur nicht mehr wild. Er ist die äußerste Entfernung von dem, was die Natur einmal war, nämlich beängstigend. Ein Mord im Garten oder Park – das ist die Rückkehr der Angst in einen von Ängsten eigentlich befreiten Lebensraum. Wir sind dann doppelt schockiert.

Wie gesagt, mir kommt es immer auf solche Kontraste an, es muss Widersprüche und Gegensätze geben, dann fühle ich mich wohl – und die erfundenen Figuren meiner Romane offensichtlich auch.

 

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