„BILDER DES BÖSEN“ von Britta Hasler

25. September 2017
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Lesetipp Hasler Bilder des BösenRonja Beck, Lektorat, stellt BILDER DES BÖSEN von Britta Hasler vor:

Prächtige Bauten, die sich im Glanz des Kaiserreichs sonnen, Damen, die in herrlichen Kleidern die Straßen entlang flanieren und im Hotel Sacher ein Stück der berühmten Torte genießen – so habe ich das Wien der Jahrhundertwende vor mir gesehen: Es war stets ein nostalgisches und dekadentes Bild, das sich vor meinem inneren Auge entfaltet hat und mich nun gespannt zu BILDER DES BÖSEN von Britta Hasler greifen ließ. Doch was mich erwartete, war nicht nur ein opulentes Gemälde des alten Wiens um 1900, das ich sicher aus der Ferne bewundern konnte, sondern etwas Dunkles, Hartes, das mich mit sich riss – hinein in die Abgründe dieser Stadt und ihrer Bewohner.

In BILDER DES BÖSEN begegnen wir Julius Pawalet, der zusammen mit seinem Detektiv-Partner in eine Mordserie verwickelt wird: Sie finden eine grausam zugerichtete Leiche – das Opfer eines Serienmörders, der ganz Wien in Atem hält und es auf Prostituierte abgesehen hat. Die Polizei bittet Pawalet und Lischka, sie bei der Suche nach dem Mörder zu unterstützen. Dabei stoßen die beiden auf den sich immer weiter ausbreitenden Schwarzmarkthandel mit pornografischen Fotographien – in der damaligen Zeit eine Novität und begehrte Sensation –, der eng mit den Morden verbunden zu sein scheint. Und die Spuren führen weiter, bis in die exklusivsten Kreise der Wiener Gesellschaft. Was Pawalet und Lischka dort schließlich entdecken, ist abgründiger, als sie jemals für möglich gehalten hätten.

Hasler Bilder des Bösen 1Die erfolgreiche Autorin Britta Hasler zeichnet in BILDER DES BÖSEN das düstere Porträt der Wiener Gesellschaft um die Jahrhundertwende. Ihre bildgewaltige Sprache ist ein Genuss – und regt noch dazu zum Nachdenken an: Dieses Sittengemälde einer längst vergangenen Zeit zeigt, dass widersprüchliche Moralvorstellungen und Tabus auch heute noch ein großes Thema sind … und niemand jemals genau wissen wird, was die Menschen um uns herum wirklich umtreibt und welche Wünsche sie vielleicht zu verbergen suchen.

Das Wien der Kaiserzeit sehe ich nach diesem mitreißenden Leseerlebnis nun auf jeden Fall mit neuem Blick: Es hat in meiner Vorstellung eine deutlich dunklere Schattierung angenommen. Doch gerade wegen dieser neuen bittersüßen Note, die BILDER DES BÖSEN meinem Bild der österreichischen Metropole beigefügt hat, freue ich mich schon auf die nächste Reise in diese Stadt – und werde nun sofort Britta Haslers Kriminalroman DAS STERBEN DER BILDER auf meinen eReader laden, um Julius Pawalet darin in das Kunsthistorische Museum zu begleiten.

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