Michaela Seul über ihren Roman „Viel Wind um Frizz“

24. September 2015
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Shirley Seul (c) Christoph A. Hellhake

Shirley Seul (c) Christoph A. Hellhake

„Wenn man mit einem Hund unterwegs ist, erlebt man eine Menge.“

 

Ein Vorteil beim Schreiben ist der: Du brauchst dir deinen Traummann nicht zu backen, du kannst ihn dir schreiben. Das ist in meinem Fall günstig, denn mit Backen hab ich es nicht so, dafür mit dem Schreiben umso mehr.

Inzwischen sind rund 80 Titel aus meiner Buchstabenküche im Handel, davon habe ich rund 40 als Ghostwriterin geschrieben. Eines Tages kam mir der Gedanke, diese Berufung in einen spritzigen Roman (VIEL WIND UM FRIZZ) zu packen. Und natürlich durfte die Liebe nicht fehlen. Und ein Hund musste auch mit ins Boot, sprich: auf das Surfbrett. Denn sonst wäre meine vierbeinige Muse beleidigt. (Die beäugt diesen Blogeintrag übrigens kritisch. Sie führt nämlich einen eigenen Blog unter www.flipper-privat.de und denkt jetzt womöglich, ich würde ihr Konkurrenz machen!)

Seul-Viel_Wind_um_Frizz-3Schreiben, Liebe und Hund – drei Themen wollten also vereint werden.

Und alle drei kommen direkt in meiner Lieblingsszene vor: Motte, das ist der Hund der Ghostwriterin Sina, klaut nämlich den Neoprenanzug von Frizz und fetzt damit über den Surferplatz am Ammersee. So lernen sich die beiden dann auch kennen. Das ist völlig realistisch, denn wenn man mit einem Hund unterwegs ist, erlebt man eine Menge.

 

Wie das dann ablief? Lest selbst:

… Motte rannte mit dem Anzug ins Wasser und hinter Motte her spurtete ein – das war mein erster Gedanke – Unterhosenwerbungskörper. Mindestens 1,85m, wenn nicht größer, schmale Hüften, knackiger Po, v-förmiger Oberkörper, der in breiten Schultern in formvollendet schönen Kugeln mündete, eine Armmuskulatur zum in-die-Knie-Sinken. Und dann drehte er sich um. Blau. Zwei blaue Sterne oder Sonnen oder Diamanten. Alles blau, viel zu blau, Blaulicht. Hilfe.

„Hey, ist das dein Hund?“

Voller Mund. Markante Nase. Der Typ war der Wahnsinn.

„Ob das dein Hund ist?“

„Ja“, rief ich zurück. Meine Stimme klang brüchig.

„Und das ist mein Anzug“, stellte er klar.

„Ich bezahle alles“, stammelte ich.

„Süßer Hund“, sagte er und musterte mich. Ließ sich viel Zeit dafür. Unverschämt viel Zeit. Grinste. Meine Hände dufteten nach totem Fisch, meine Haare hingen wirr um mein Gesicht, mein Rock war schmutzig. So stand ich vor ihm. Dem absoluten Traummann. Der Albtraum!

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