»DER HÖLLE ZORN« von Ursula Neeb

3. Februar 2020
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vorgestellt von Ronja Beck, Lektorat

Augen, in denen sich Abgründe auftun, ein berechnender Blick, die Faszination des Bösen – dafür stand bisher wie kein anderer Hannibal Lecter, den Thomas Harris mit seinem Thriller »Das Schweigen der Lämmer« auf die Menschheit losließ. Als ich ein Manuskript angeboten bekam, das die weibliche Antwort darauf zu werden versprach, war ich zunächst skeptisch. Wie mit einer Legende mithalten? Indem man tief in die Seele eines nicht weniger berüchtigten Serienmörders blickt! Ein Mörder, der nicht der Fantasie eines Autors entsprungen ist, sondern Ende des 19. Jahrhunderts ganz London mit einer nie dagewesenen Grausamkeit in Atem hielt: Jack the Ripper.

Auf der Grundlage von bahnbrechenden neuen Forschungserkenntnissen räumt Erfolgsautorin Ursula Neeb in ihrem Roman DER HÖLLE ZORN mit alten Mythen auf. Bisher wurde stets davon ausgegangen, dass hinter den Taten ein Mann mit bestialischer Kraft gesteckt haben muss. Doch was, wenn der Mörder auch hier alle irreführte? Basierend auf fundierten Nachforschungen enthüllt Ursula Neeb hinter der Maske des Bösen das Gesicht einer jungen Frau. Nach außen hin scheint sie ein unschuldiges Lamm zu sein – doch nachts weidet sie sich in den Straßen Londons an den Schreien ihrer Opfer …

London, 1915: Verborgen vor den Augen der Welt, tief unten im Kellergewölbe des Bethlem Royal Hospital, verbringt der Irrenanstaltswärter Mathew seine Tage. Zwischen seiner Arbeit mit gefährlichen Serienmördern, die er keine Sekunde aus den Augen lassen darf, gehört zu seinen Lichtblicken das tägliche Schachspiel mit Lilli Wilson, einer charmanten älteren Dame. Warum sie als Insassin dort ist, gibt Mathew Rätsel auf – bis sie ihm ihr Tagebuch anvertraut. Das Grauen, das zwischen diesen Seiten lauert, fasziniert ihn auf unheimliche Weise. Doch es ist ein finsteres und gefährliches Erbe, das langsam, aber unerbittlich Mathews Familienglück von innen her aufzufressen beginnt …

Ursula Neeb versteht es wie keine andere, mit wenigen Worten Bilder von enormer Wucht und Eindringlichkeit heraufzubeschwören. Der Nachthimmel über London ist blutrot gefärbt, als Lilli Wilson zu ihrem ersten Streifzug durch die Armenviertel der Stadt aufbricht. Die Schiffsdocks stehen in Flammen, alles ist in Aufruhr, nur in Lilli herrscht eisige Ruhe. Sie ist auf der Jagd, ihre ahnungslose Beute wartet schon auf sie. Beim Lesen konnte ich Lillis stechenden Blick förmlich in meinem Nacken spüren – und gleichzeitig blickte ich durch die Augen der Jägerin und fühlte, was sie empfand, in jeder grauenhaften Nuance …

Ursula Neeb ist mit DER HÖLLE ZORN ein ebenso atmosphärischer wie fesselnder Roman gelungen, der mich nie wieder loslassen wird. Die Lücken und Fehler in der Ermittlungsarbeit zu Zeiten der Ripper-Morde sind erschütternd – die neue Beweislage und fundierte Analyse von Psychologen erschreckend. Laden Sie sich jetzt gleich DER HÖLLE ZORN von Ursula Neeb auf Ihre eReader … und sehen Sie der eiskalten Wahrheit ins Gesicht!

Lesetipp der Woche:

DER HÖLLE ZORN von Ursula Neeb

vorgestellt von Ronja Beck, Lektorat