»Die Wahrheit kann wohl kaum bedrohlicher sein, als das, was sich unser Gehirn ausmalt, wenn es in Ungewissheit gehalten wird.«

29. September 2023
dotbooks

Ein Gespräch mit unserer Autorin Ines Buck über Ihren Psycho-Thriller MISSTRAUEN – SCHATTEN DER VERGANGENHEIT, ihre Faszination für die wilde Landschaft Irlands und wie die eigenen Zweifel zum gefährlichsten Gegner werden können.

Liebe Ines Buck, in Ihrem Thriller MISSTRAUEN – SCHATTEN DER VERGANGENHEIT entführen Sie Ihre Leser und Leserinnen nach Irland. Warum haben Sie sich gerade für dieses Setting entschieden?

Ines Buck: » Dieses Land ist absolut faszinierend. Irland bietet mit seinen steilen Küsten, der wilden Brandung, die sich an den Felsen bricht und dem freien Blick über die Weite des Atlantiks die perfekte Kulisse für eine mitreißende Geschichte. Durch seine landschaftlichen Gegebenheiten: die schroffen Küsten, die im Kontrast zu den sanften grünen Wiesen im Landesinneren liegen, aber auch durch seine Bevölkerung und Kultur. Ich wollte für meinen Thriller ein Setting wählen, der die LeserInnen fasziniert – und gleichzeitig in den richtigen Momenten zu einem Ort der Angst werden kann, der einem Gänsehaut bereitet.«

Zu Beginn Ihres Thrillers wird eine scheinbar perfekte Familie plötzlich auseinandergerissen, als der Familienvater, Thomas, eines Mordes beschuldigt wird. Wie kam Ihnen die Idee für Ihr Buch?

Ines Buck: »Zwischenmenschliche Beziehungen sind das Wichtigste und gleichzeitig auch das Spannendste in unserem Leben. Die Geschichte in meinem Buch, rührt an einem Punkt, der sehr beängstigend sein kann: Wie gut kennen wir die Menschen an unserer Seite wirklich? Jane bemerkt, dass es in der Vergangenheit ihres Mannes ein dunkles Geheimnis gibt und macht sich auf die der Wahrheit. Was sie dabei herausfindet, will ich hier nicht verraten, aber es verändert alles. Nicht nur für Jane.«

Was für eine Art von „Heldin“ ist Jane, die Hauptfigur ihres Romans, in Ihren Augen?

Ines Buck: »Zu Beginn des Buchs, ist Janes Leben vollkommen normal. Sie hat eine kleine Tochter, die sie über alles liebt und einen Mann, dem sie vertraut. Als Thomas jedoch des Mordes angeklagt wird, setzt sie alles daran, die Wahrheit herauszufinden. Jane ist eine Heldin, weil sie sich nichts vormachen lässt und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Stark und selbstbewusst begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, die ihr mehr bedeutet als Sicherheit und Harmonie. Lieber geht sie das Risiko ein alles zu verlieren als mit einer Lüge zu leben.«

Gibt es eine Szene, die Sie beim Schreiben besonders gefesselt hat?

Ines Buck: »Es gibt eine Stelle im Buch, an der Jane ihren Mann als Bedrohung zu empfinden beginnt. Er löst eine Vitamintablette in einem Glas Wasser auf und reicht es ihr. Auf einmal hat sie die verrückte Angst, er könnte sie vergiften. Erst als er ihr die Packung zeigt, aus der er die Tablette genommen hat ist sie beruhigt. Diese Stelle hat mich berührt, weil sie zeigt, was für Ängste durch ein erschüttertes Vertrauen und durch Zweifel, egal wie leise, entstehen können. Die Wahrheit kann wohl kaum bedrohlicher sein, als das, was sich unser Gehirn ausmalt, wenn es in Ungewissheit gehalten wird. Genau deshalb ist es für Jane auch so wichtig die Wahrheit zu erfahren. Ist Thomas wirklich der Mann, den sie glaubt zu kennen?«

Das Gespräch führte Alina Hettmann aus dem dotbooks-Lektorat.

Ines Buck lebt mit ihrer Familie im Taunus, vor den Toren der Mainmetropole Frankfurt. Sie arbeitet als Journalistin und schreibt leidenschaftlich gerne, am liebsten spannende Psycho-Thriller.

Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihren Psychothriller »Misstrauen – Schatten der Vergangenheit«.