Gabriella Engelmann im Interview

31. August 2018
dotbooks

»Und dann habe ich vieles über Bord geworfen«

Ein Gespräch mit Bestsellerautorin Gabriella Engelmann über liebgewonnene Figuren, den Charme der Nordsee und ihren Kurzroman INSELGLÜCK UND FRIESENKEKSE.

Liebe Gabriella, viele Deiner Bestseller spielen auf Inseln – für Deinen Kurzroman INSELGLÜCK UND FRIESENKEKSE verschlägt es Dich jetzt nach Amrum. Was macht für Dich den Charme der Nordsee aus, und warum magst Du Amrum besonders gerne?

Gabriella Engelmann: »Ich liebe das Wechselspiel der Gezeiten, die unendliche Weite und vor allem die Ruhe, die dieses eher stürmische Meer dennoch in mir auslöst. Der Duft der Nordsee ist unvergleichlich, da kann der Kopf auslüften, die Gedanken fliegen, das Herz füllt sich mit wunderschönen Eindrücken … An Amrum liebe ich ganz besonders die Ursprünglichkeit, das raue Klima, die Heidelandschaft, den zauberhaften Leuchtturm – und, um es noch mal zu sagen, die unendliche Ruhe. Selbst in der Hauptsaison hat man nirgends das Gefühl, sich inmitten von Touristentrubel zu befinden. Also ist Amrum der perfekte Ort, um sich zu verlieben – und darum geht es in meinem neuen Kurzroman.«

Anna, Deine neue Hauptfigur, hätte die Möglichkeit gehabt, das große Glück zu finden – und sich dann nicht getraut, über ihren eigenen Schatten zu springen. Würdest Du das machen?

Gabriella Engelmann: »Anna fällt die Entscheidung nicht leicht, und daher ist es gut, dass ihre beste Freundin ihr ein bisschen auf die Sprünge hilft. Ich selbst bin eher auch eher Planerin, die alles durchkalkuliert, statt mich den Dingen des Lebens einfach so hinzugeben. Zum Glück habe ich aber auch etwas in mir, das dafür sorgt, dass ich plötzlich das Gegenteil dessen mache, was mir der Kopf zuvor geraten hat. Diese Form von Spontaneität ist es, die das Leben in meinen Augen zu ECHTEM Leben macht. Das Thema ›Neuanfänge‹ ist nicht umsonst das zentrale Thema in fast allen meinen Romanen. Es gab sehr häufig Situationen, wo ich dachte: Das fühlt sich falsch an, das bin ich nicht. Und dann habe ich vieles über Bord geworfen, das Sicherheit bedeutet hätte. Zum Glück musste ich bislang keine dieser – teils drastischen! – Entscheidungen bereuen. Und auch für Anna bedeutet Spontanität am Ende das Glück … wenn auch auf andere Art, als sie am Anfang dachte.«

In INSELGLÜCK UND FRIESENKEKSE tauchen einige Figuren auf, die Deine Leser bereits aus anderen Büchern kennen – wie viel Spaß hat es Dir gemacht, alte Bekannte wie den sympathischen Lebensberater Randolph Thesenfitz auftreten zu lassen und eine ganz andere Seite der gestrengen Lektorin Lina Peters zu zeigen?

Gabriella Engelmann: »Dieses ›Figuren-Hopping‹ gibt es in fast allen meinen Büchern. Ein Satz, an den ich ganz fest glaube ist: ALLES IST MIT ALLEM VERBUNDEN – wieso also nicht auch meine Romanfiguren? Die meisten von ihnen ›leben‹ ja in Hamburg, da ist es doch fast natürlich, dass sie einander begegnen, nicht wahr?« (lacht) »Außerdem weiß ich, dass nicht nur ich Freude an diesem charmanten Spielchen habe, sondern auch meine Leserinnen, die deshalb oft Wünsche äußern hinsichtlich weiterer Geschichten der Figuren, die sie besonders liebgewonnen haben. Lina Peters ist beispielsweise eine Persönlichkeit, die man in meinem neuen Roman von einer ganz anderen, viel weicheren Seite kennenlernt – so, wie uns Menschen im wahren Leben auch manchmal erst die eine und dann die andere Facette ihres Charakters zeigen.«

Deine Romane haben – obwohl es manchmal nicht so aussieht, als könnte es noch klappen – eine Happy-End-Garantie. Warum ist Dir das wichtig?

Gabriella Engelmann: »Die Sehnsucht nach dem Happy End ist tief in mir verwurzelt. Ich mag Höhen und Tiefen, weiß, dass sie zum Leben dazugehören und enorm wichtig für die Formung eines Charakters sind. Nicht umsonst ist man stolz darauf, wenn man eine Hürde gemeistert hat, oder in der Nachbetrachtung sagen kann, dass eine Krise trotz allem etwas Gutes hatte. Davon erzähle ich in meinen Romanen, und das bereitet mir großes Vergnügen. Natürlich gibt es im wahren Leben auch Krisen, die in weitere Krisen oder gar in den ›Abgrund‹ führen, und das finde ich furchtbar. Klar, gehört alles dazu. Aber da halte ich es in meinen Büchern lieber mit Pippi Langstrumpf, die sich das Leben macht, wie es ihr gefällt!«

Das Interview führte Timothy Sonderhüsken, Programmleiter dotbooks.

Gabriella Engelmann, geboren 1966 in München, lebt in Hamburg. Sie arbeitete als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern zu widmen begann.

Bei dotbooks veröffentlichte Gabriella Engelmann bereits die Romane »Nur Liebe ist schöner«, »Schluss mit lustig« und »Kuss au chocolat« sowie die Erzählungen und Kurzromane »Eine Liebe für die Ewigkeit«, »Verträumt, verpeilt und voll verliebt«, »Dafür ist man nie zu alt«, »Te quiero heißt Ich liebe dich«, »Ein Kuss, der nach Lavendel schmeckt« und »Zeit der Apfelrosen«.

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