»Gegensätze ziehen sich eben an!«

22. Mai 2020
dotbooks

Ein Gespräch mit unserer Autorin Jennifer Wellen über die Liebe zum Eiskunstlauf, die Kraft von zweiten Chancen und das Gefühl, endlich angekommen zu sein, in ihrem neuen Roman TRAUMTÄNZERKÜSSE:

Liebe Frau Wellen, in Ihrem Roman TRAUMTÄNZERKÜSSE greift die junge Eiskunsttänzerin Mila nach den Sternen – und fällt auch immer mal wieder ganz schön auf die Nase. Wie kamen Sie gerade auf das Thema Eiskunstlauf?

Jennifer Wellen: »Ich habe selbst im Alter von vier Jahren mit Eiskunstlauf angefangen. Vieles in meinem Roman beruht also tatsächlich auf eigenen Erfahrungen: Training in den frühen Morgenstunden vor Schulanfang in der Eishalle, der dritte Platz beim Ina-Bauer-Pokal mit Handtuch-Syndrom (wenn man sich über sich selbst ärgert und dann den Kopf unter einem Handtuch versteckt) und sogar das Trainingsinternat in Oberstdorf. Wobei ich da jedoch aufgrund der Trennung meiner Eltern ausgestiegen bin und meine Eiskunstlaufkarriere beendet habe. Meine Mama hätte sich die Gebühr für das Internat als alleinerziehende Mutter niemals leisten können – aber wie auch Mila in TRAUMTÄNZERKÜSSE lernt: Das Leben bietet so viele neue Möglichkeiten, man muss nur zugreifen.

In puncto Liebesdingen verbindet mich mit Mila, dass ich auch mal ein Auge auf einen Eishockeyspieler geworfen hatte – allerdings kein Kanadier, der bei der NHL spielt, dafür mit weitaus weniger Chaos im Gepäck, als das bei Sturkopf Finn im Roman der Fall ist. In ihrer Lebenseinstellung spricht Mila mir auf jeden Fall aus dem Herzen: Auch nach einem verpatzten Axel (schwierigster Sprung im Eiskunstlauf) wieder aufrappeln, den Eisstaub vom Hintern klopfen und einfach weiterlaufen.«

Apropos Herausforderungen: Wegen einer Verletzung muss Mila den Glanz und Glamour ihrer Welttournee gegen die kleine heimische Eishalle tauschen. Aber ein verflixt attraktiver Eishockeyspieler und die herzigen Menschen dort schleichen sich schon bald in ihr Herz – was bedeutet Glück und Wurzeln haben für Sie?

Jennifer Wellen: »Meine Heimatstadt ist Essen: Dort bin ich geboren und aufgewachsen. Meine Familie wohnt seit Generationen dort – heute noch sehe ich in Gedanken meinen Opa auf dem Fördertum von Zeche Zollverein stehen und winken. Oma und Opa haben in der Pfeifferstraße direkt gegenüber von Zollverein gewohnt und kurz vor Schichtbeginn meinte er stets zu mir: ›Wenn du nachher da oben einen stehen siehst, der winkt, dann bin ich das‹. Diese Kindheitserinnerungen sind meine Wurzeln – aus denen bin ich erwachsen und groß geworden. Glück ist es, all das zu erleben und für meine Tochter neue Wurzeln zu bilden, auf die sie später ebenso gerne zurückblickt und sagt: ›Mutti, weißt du noch, als wir immer auf Zollverein Eislaufen waren?‹. Dieses Gefühl von Geborgenheit, von dem Glück der kleinen Dinge, wollte ich auch unbedingt meine Romanheldin Mila erleben lassen. Denn Träume können sich auch ändern, mit liebgewonnenen Menschen an der Seite – und womöglich auch Mr. Right.«

Eiskunstläuferin Mila und Hockeyspieler Finn könnten gegensätzlicher nicht sein – um die heimische Eishalle zu retten, müssen die beiden Streithähne aber an einem Strang ziehen. Warum sind ausgerechnet die beiden ein Dream-Team?

Jennifer Wellen: »Weil Gegensätze sich eben anziehen. In der Natur ist es ja auch so: Plus und Minus bei den elektrisch geladenen Teilchen, Nord und Südpol beim Magnetismus. Zudem leben wir in einer Welt der Gegensätze, die sich aber meist zu einem Ganzen erschließen. Das eine kann nicht ohne das andere existieren: Licht und Schatten, Liebe und Hass, Ebbe und Flut, Yin und Yang. Mila ist die elegante, zielstrebige und eher zurückhaltende Kunstläuferin, Finn der raubeinige Eishockeyspieler, der das Herz auf der Zunge trägt. Gegensätzlicher kann man nun wirklich nicht sein. Während sie sich jedoch für den Erhalt der Eishalle stark machen und eine große Eisshow auf die Beine stellen, werden die beiden zu einer Einheit, bei der sich ihre Charaktereigenschaften zu Stärken addieren. Überraschenderweise stellen Mila und Finn sogar fest, dass sie sich in mancher Hinsicht doch ähnlicher sind als gedacht – mehr will ich hier aber nicht verraten!«

Das Gespräch führte Ronja Beck aus dem dotbooks-Lektorat.

Jennifer Wellen, Jahrgang 1974, studierte nach ihrem Abitur Biologie und arbeitet derzeit als Dozentin in der Erwachsenenbildung. Wenn sie neben ihrer Tochter, den zwei Katzen und ihrem Hund noch Zeit findet, schreibt sie mit Begeisterung witzige Romane für Frauen, die wissen, wie das Leben spielt.

Bei dotbooks veröffentlichte sie bereits ihre Liebesromane LIEBE IST WIE EINE GOODIE-BAG, STERNSCHNUPPENWÜNSCHE, DREI KÜSSE FÜR EIN COTTAGE und TRAUMTÄNZERKÜSSE.

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