»ICH WOLLTE KRIMIS SCHREIBEN, BEI DENEN MAN AUCH ETWAS ZU LACHEN HAT«

26. Juli 2019
dotbooks

Ein Gespräch mit unserer Autorin Christiane Martini über die Vorzüge von Nordseekrimis und darüber, wie Bazis und Friesen zusammenpassen und ihren neuen Nordseekrimi-Sammelband MORD MIT SEEBRISE – OMA ELSE ERMITTELT.

Liebe Frau Martini, was reizt sie besonders an Nordseekrimis wie Ihrem Sammelband MORD MIT SEEBRISE – OMA ELSE ERMITTELT?

Christiane Martini: »Ich wollte Kriminalromane schreiben, bei denen man neben all den Toten auch etwas zu lachen hat. Eigentlich sollte Oma Else im ersten Band meiner Krimireihe sterben, aber meine Kinder lieben diese Figur so sehr, und deshalb musste sie leben. Und mittlerweile komme ich – und das gilt wohl auch für die Einwohner von Eiderstedt – gar nicht mehr ohne Oma Else aus!

Ich habe mir für MORD MIT SEEBRISE außerdem einen ganz eigenen Stil überlegt: kurze Sätze und eine ›Klangsprache‹ für die Norddeutschen und die Bayern. Es war nicht mein Anspruch, einen Dialekt perfekt wiederzugeben, vielmehr war es Teil meines Konzeptes, einen Wortklang aufzuschreiben, der an den Dialekt erinnert. Ich bitte jeden Bayern und Friesen, mir diesen Spaß zu verzeihen. Ich liebe Bayern, und ich liebe die Nordsee – und ich mag die jeweiligen Dialekte sehr. Jo mei, dat is so!«

Wie kamen Sie dazu, in Ihrem Nordseekrimi MORD MIT SEEBRISE – OMA ELSE ERMITTELT „Bazis“ und Friesen zu vereinen?

Christiane Martini: »Die Initialzündung, in meinen Nordseekrimis auch ›Bazis‹ auftauchen zu lassen, war eine Badeshorts in krachlederner Optik. Diese Badehose aus Mikrofaser wurde in einem Katalog dermaßen als der neueste Kleidungshit angepriesen, dass ich sie unbedingt für meine Krimireihe verwenden musste. Wer also scharf auf eine bayrische Badeshorts ist: Es gibt sie wirklich!

Wenn ich mir vorstelle, im Watt an der Nordsee ein Blechbläserensemble aus Bayern musizieren zu sehen, fände ich das einerseits abwegig, weil die irgendwie nicht richtig dorthin passen. Andererseits: Wenn es vier fesche bayerische Männer mit Superbodys wären, die in krachledernen Badehosen am Strand peppige Blasmusik spielen würden, dann wäre das der Hit!«

Was ist Ihr liebstes Urlaubsziel – Küste oder Berge?

Christiane Martini: »Als ich Kind war, haben wir oft in Kempten oder richtig in den Bergen Urlaub gemacht – dort ist es wunderschön, und ich war bei manchem bayrischen Fest zu Gast, das ich einfach nur genial fand. Gerne würde ich mal wieder solch ein Fest erleben. Bestimmt wäre das Oktoberfest in München eine Mordsgaudi, dafür würde ich mir ein tolles rotes Dirndl kaufen.

Doch obwohl es mich nach Bayern zieht, verbringen wir den Sommer traditionell immer an der Nordsee auf Eiderstedt. Dort ist es unglaublich schön, und man kann sich herrlich durchpusten lassen. Dann wird mein Kopf frei, die Ideen fließen und Figuren wie Oma Else und die »Gevatter Blechschuss« werden geradezu lebendig. Und umgekehrt kann man sich zuhause von MORD MIT SEEBRISE an die Nordsee entführen lassen – dann spürt man fast schon den salzigen Wind auf der Haut und fühlt sich, als hätte Oma Else einem gerade in ihrer Pension einen feinen, dampfenden Friesenschmarrn vor die Nase gestellt.«

Das Gespräch führte Agnes Ejma aus dem dotbooks-Lektorat.

Christiane Martini, geboren in Frankfurt am Main, ist Diplom-Musiklehrerin und Absolventin des Konzertexamens. Sie leitet ihre eigene Musikschule »CasaMusica« und ist Dozentin für Blockflöte, Querflöte und Klavier. Neben eigenen Kompositionen hat sie auch zahlreiche musikalische Lehrwerke verfasst. Christiane Martini ist nicht nur Musikerin, sondern als Autorin in verschiedenen Genres zu Hause. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Nähe von Frankfurt und wurde von ihrer Heimatstadt Dreieich mit einem kulturellen Förderpreis für Musik und einem Stipendium ausgezeichnet.

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