Interview mit Inga Schneider

5. Juli 2024
dotbooks

Was ist Inga Schneider beim Erschaffen ihrer Figuren besonders wichtig? Welche Szenen machen ihr beim Schreiben am meisten Spaß? Und was fasziniert sie selbst an Kopenhagen, dem beeindruckenden Schauplatz ihrer Scandi-Romance? Wir haben neugierig bei der Autorin der Rosenborg-Saga für Euch nachgefragt!

»Die Rosenborg-Saga entführt uns ins wunderbare Kopenhagen. Warum war es Ihnen wichtig, Ihre Romane dort anzusiedeln? Und was verbinden Sie selbst mit Dänemarks Hauptstadt?«

Inga Schneider: » Kopenhagen ist für mich eine der schönsten Städte Europas, wenn nicht gar der Welt. Und es ist diese besondere Lebensweise der Menschen dort, die fasziniert: Baden im Hafen, Königsschlösser mitten in der Stadt, kleine Gassen mit bunten Häuschen, moderne Architektur, Gourmetrestaurants und leckere Hotdogs – Kopenhagen ist so vielseitig und macht wirklich süchtig. Wer einmal dort gewesen ist, kommt immer wieder.«

»In Ihren Romanen bekommen wir nicht nur Einblick hinter die Kulissen der dänischen High-Society, auch verschiedene Branchen wie die Hotelindustrie, PR, Journalismus und Windenergie spielen in den drei Bänden der Rosenborg Saga eine Rolle. Können Sie uns einen Einblick in Ihre Recherchearbeit geben?«

Inga Schneider: »Ich selbst bin Journalistin und habe einige Zeitlang sogar für ein royales Nachrichtenbüro in Dänemark gearbeitet, das u.a. für die »bunten Blätter« geschrieben hat. Daher hatte ich einen ganz guten Einblick in die Welt der Reichen & Schönen. Außerdem hat meine Schwester eine Hotelausbildung gemacht und bei uns in Schleswig-Holstein, wo ich lebe, gehört das Thema Windenergie beinahe zu unserem Leben dazu. Fun Fact: Einige Szenen, wie z.b. die »Wir sind Gold«-Szene aus Band 1, ist mir selbst passiert.«

»Nikolaj und Emma, Mads und Louise, Frederik und Camilla … Deine ProtagonistInnen verbindet von Anfang an ein ganz besonderes Band. Was ist das schwierigste daran, die Chemie zwischen zwei Menschen aufs Papier zu bringen?«

Inga Schneider: »Für mich ist es wichtig, dass ich alle Figuren gut kenne und selbst eine Beziehung zu ihnen aufbaue. Erst wenn das passiert ist, schaffe ich es auch, dass die Chemie zwischen den beiden Figuren stimmt. Dieser Prozess kann manches Mal etwas dauern, und manchmal ist dieses Gefühl, dass man die Figuren schon ewig kennt, sofort da. Wenn ich diese Chemie aufs Papier bringe, muss ich mich voll und ganz darauf einlassen. Ich muss es beinahe selbst spüren, damit ich es aufschreiben kann. Das klingt vielleicht ein wenig komisch, aber so klappt es bei mir am besten.«

»Beim Schreiben mussten Sie sicher auch mal schmunzeln … Gibt es bestimmte Szenen in der Rosenborg Saga, die Ihnen besonders viel Spaß gemacht haben?«

Inga Schneider: » Ja klar, die gibt’s. Die spicy-Szenen zum Beispiel haben mir viel Spaß gemacht, weil es auch eine Herausforderung ist, diese sinnlichen Szenen so zu schreiben, dass sie für die Leser*innen ansprechend sind. Es darf auf keinen Fall billig sein. Und zum Schmunzeln gebracht haben mich Szenen, in denen die Figuren zum Beispiel ins Fettnäpfchen treten, oder wenn sie sich gegenseitig necken und dann spritzige, witzige Dialoge dabei herauskommen.«

»Im letzten Band der Trilogie, Northern Sky, geht es um den Erben Frederik Bjerregaard. Was unterscheidet ihn von seinen Geschwistern, Louise und Nikolaj, die in Band 1 und 2 im Fokus der Handlung standen? Und haben Sie beim Schreiben zu einem/einer Ihrer ProtagonistInnen eine besondere Sympathie entwickelt?«

Inga Schneider: »Nikolaj ist das jüngste Kind der Bjerregaards und von Anfang an jemand, von dem man nicht allzu viel erwartet hat. Er ist ein Jetset-Prinz, der das Leben und schöne Frauen liebt, gerne feiert und den man nicht allzu ernst nimmt. Gleichzeitig liebt ihn jeder, weil er ein liebenswerter Kerl ist. Auf ihm lastete in der Familie Bjerregaard am wenigsten Verantwortung. Man könnte fast meinen, sein Vater hat ihn an der langen Leine gelassen, um sich die Hörner abzustoßen. Er hatte viele Freiheiten, die die seine Geschwister nicht hatten. Das ändert sich jetzt in Band 3, in dem Frederik sein wahres Gesicht zeigt.«

»Weil Northern Sky der letzte Band der Rosenborg Saga ist, stelle ich Ihnen zum Abschluss noch die Frage: Gibt es etwas, was Sie Ihren LeserInnen noch gerne mit auf den Weg geben würden?«

Inga Schneider: »Die Bjerregaards – Emma & Nikolaj, Mads & Louise und Frederik & Camilla, haben mich zwei Jahre lang begleitet – ich hab mit ihnen viel gelacht und auch geweint. Ich wünsche allen Leser*innen viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass Sie die Trilogie genauso sehr lieben werden wie ich. Allen eine tolle Lesezeit in Kopenhagen.«

Das Gespräch führte Florina Evers aus dem dotbooks-Lektorat.

Inga Schneider hat »Hygge« im Blut. Sie arbeitet als Journalistin in Dänemark und Schleswig-Holstein. Seit 2021 veröffentlichte sie bereits mehrere erfolgreiche Cosy-Crime- sowie Liebes- und Feel-Good-Romane.

Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre große Rosenborg-Saga, bestehend aus den Bänden NORTHERN STAR, NORTHERN NIGHTS und NORTHERN SKY.