Lena Johannson im Interview zu “Blutwasser”

14. April 2017
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Lena Johannson (c) Jörg Ritter

“Das echte Leben ist unfassbar spannend!”

Ein Gespräch mit unserer Autorin Lena Johannson über die Kostbarkeit von Wasser, Grenzsituationen und ihren Thriller “Blutwasser”

 

Liebe Frau Johannson, warum haben Sie sich für Ihren Thriller ,Blutwasser‘ für das brisante Thema Wasser entschieden?

Lena Johannson: „Ich habe mein berufliches Schreiben als Journalistin begonnen. In dieser Funktion war ich u. a. in den Krisengebieten Afrikas unterwegs. Dort wurde mir auf beeindruckende Weise vor Augen geführt, dass das Lebensmittel Wasser, das für uns in Westeuropa so selbstverständlich verfügbar ist, einen unglaublichen Wert hat. Im Grunde hängt alles davon ab – eine blühende Wirtschaft natürlich, aber vor allem das nackte Überleben. Kein Wunder, dass Geschäftemacher, die nur an Geld interessiert sind, diese Kostbarkeit längst für sich entdeckt haben. Mit anderen Worten: In diesem Thema steckt jede Menge Zündstoff und damit natürlich auch spannender Lesestoff.“

 

Johannson, Blutwasser 1Liebe Frau Johannson, warum haben Sie einen Thriller geschrieben, der auf tatsächlichen Tatsachen beruht? Wie haben Sie dafür recherchiert?

Lena Johannson: „Das echte Leben ist unfassbar spannend. Skrupellose Gangster, Durchschnittsmenschen, die zu Helden werden, all das gibt es wirklich. Und es ist doch eine Chance, dem Leser nicht nur eine packende Geschichte zu liefern, sondern auch noch seinen Horizont zu erweitern. Wir haben uns beinahe schon an die Nachrichten aus Syrien gewöhnt. Wer weiß aber, dass Syrien eines der wasserärmsten Länder der Welt ist und dass die langsamen Fortschritte in der Wasserversorgung der letzten Jahre dort gerade wieder zerstört werden? Ich war 2010 im Nahen Osten, habe vor Ort die Probleme der Menschen kennengelernt. Vor allem habe ich tolle Leute getroffen, die ungeheuer engagiert versucht haben, die Situation der Einwohner zu verbessern. Das hat mich sehr beeindruckt.

 

Johannson, Blutwasser 3Liebe Frau Johannson, Ihre Protagonistin Katharina wird aus ihrem behaglichen Leben herauskatapultiert und während ihrer Recherchen mehr als einmal gezwungen, über sich hinauszuwachsen. Finden Sie das spannender, als einen erfahrenen Agenten ermitteln zu lassen?

Lena Johannson: „Als Leser kann man James Bond oder Lara Croft spannend finden, man wird aber immer eine Distanz behalten. Mit Katharina, einer Frau wie du und ich, hingegen kann man mitfiebern. Sie steckt in jedem von uns. Sie wird aus ihrer Komfortzone herauskatapultiert und muss weit über ihre Grenzen hinausgehen. Das könnte jedem von uns passieren, und jeder von uns wäre meiner Meinung nach auch in der Lage, solche Grenzsituationen zu überstehen. Ich denke und hoffe, dass die Leser noch stärker gefesselt werden, wenn sie sich in die Hauptfigur des Romans hineinversetzen können. Und ganz ehrlich: Wer kann sich schon in die Lage einer Elite-Soldatin oder eines Top-Agenten versetzen?“