DER TEUFEL VON STRASSBURG & DIE PESTHEILERIN VON STRASSBURG von Heidrun Hurst

22. Juni 2020
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vorgestellt von Ronja Beck, Lektorat

Mein Urlaub in Straßburg zählt zu meinen liebsten Reiseerinnerungen – die pittoreske Altstadt mit den bunten Fachwerkhäusern direkt am Ufer der Ill und das beeindruckende Liebfrauenmünster haben Charme und sind für jeden Geschichtsinteressierten wie mich natürlich eine willkommene Gelegenheit, um die Gedanken tanzen zu lassen und der Frage nachzuhängen: »Wie muss es wohl gewesen sein, das Leben hier zu der Zeit, als das alles neu war?« Doch mit Heidrun Hursts historischen Romanen DER TEUFEL VON STRASSBURG und DIE PESTHEILERIN VON STRASSBURG entdeckte ich nochmal eine ganz neue Seite dieser Stadt – und die ist ebenso dunkel wie faszinierend …

Heidrun Hurst gewährt uns mit den beiden Bänden ihrer Straßburg-Saga, die unabhängig voneinander gelesen werden können, höchst spannende Einblicke in das Leben im Mittelalter: Dabei spannt sie den Bogen von den Schatten der herannahenden Pest, die zu blutigen Unruhen und einer Hetzjagd auf die jüdische Bevölkerung führen, über den Bau der mächtigen Kathedrale der Stadt, die für viele Jahrhunderte als das höchste Bauwerk der Welt gelten wird, bis hin zum Ausbruch der Pestepidemie, die in Straßburg Tausende das Leben kostet.

Im Herz dieses Sturms aus Aberglauben, Angst und Unheil lernen wir die junge Adelheid kennen, eine Klosterschülerin, und Martin, den Sohn des Scharfrichters. Zwei Menschen, deren Schicksalswege sich niemals kreuzen sollten … und es doch immer wieder tun. Die Gesetze sehen vor, dass Martin in die Fußstapfen seines Vaters treten und das Handwerk des Henkers erlernen muss – etwas, dass der Natur der kräuterkundigen Adelheid zutiefst widerspricht. Ihr Wunsch ist es, Menschen zu heilen, ihnen das Leben zu schenken; Martin ist dazu auserkoren, es ihnen zu nehmen. Eine Verbindung zwischen den beiden scheint unmöglich, zumal Adelheid gelobt hat, den Schleier zu nehmen – kann es dennoch Hoffnung geben?

Aber nicht nur mit der Unmöglichkeit ihrer Liebe werden Adelheid und Martin in der Straßburg-Saga konfrontiert – sie müssen auch den Kampf gegen eiskalte Mörder aufnehmen, die sich die Unruhen zunutze machen, um ihre grausamen Neigungen zu füttern … So ermordet in DER TEUFEL VON STRASSBURG ein Unbekannter des nachts namenlose Straßenkinder, und in DIE PESTHEILERIN VON STRASSBURG versetzt eine rätselhafte Todesserie, die auch vor dem Kloster der Stadt nicht haltmacht, die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Immer wieder werden Adelheid und Martin in diese Fälle verwickelt und müssen stets erkennen, dass sie die einzigen sind, die sie lösen können – aber welchen Preis werden sie dafür zahlen müssen?

Hochspannend, finster und fesselnd – Heidrun Hurst schreibt Mittelalterromane, die mit ungewöhnlichen Figuren und faszinierenden Fakten begeistern: Wussten Sie etwa, dass ausgerechnet aus Brotschimmel mit etwas Glück ein wirksames Antibiotikum entstehen könnte? Oder dass städtische Scharfrichter zwar finanziell gut gestellt und überall von den Stadtoberen gefragt waren, aber gleichzeitig als Todesboten verachtet und gemieden wurden? Und haben Sie schon einmal von dem Brauch gehört, dass der Henker eine gefallene Frau, die zum Tode verurteilt war, auch vor dem Richtblock retten konnte, indem er sie zur Ehefrau nahm? Von der damaligen Gesellschaft wurde das als nicht minder grausame Strafe erachtet …

Aber ich schweife ab – was einfach ist, wenn man sich in so fesselnden Romanen wie denen von Heidrun Hurst regelrecht verliert. Wagen Sie darum jetzt eine Sightseeing-Tour der besonderen Art und laden Sie sich DER TEUFEL VON STRASSBURG und DIE PESTHEILERIN VON STRASSBURG noch heute auf Ihre eReader!

Lesetipp der Woche:

DER TEUFEL VON STRASSBURG & DIE PESTHEILERIN VON STRASSBURG von Heidrun Hurst

vorgestellt von Ronja Beck, Lektorat