Natascha Schwarz über “Im Schatten der Vergangenheit”

25. August 2014
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Autorin Natascha Schwarz über die Erfüllung ihres Traums!

Schwarz-Im_Schatten_der_Vergangenheit_72dpiWer hat als Mädchen nicht davon geträumt, als Prinzessin durch die endlosen Gänge eines Schlosses zu laufen oder mit wallenden spitzenbesetzten Kleidern die große Freitreppe davor hinunterzuschweben? Ja, auch ich war von diesem Absolutismus-Virus befallen. Wenn ich etwas zeichnete, waren es Prinzessinnen; in den Märchen, die wir im Kindergarten einstudierten, wollte ich immer diejenige sein, die vom Prinzen wachgeküsst oder gerettet wird.

Und natürlich waren die Hauptfiguren der ersten Geschichten, die ich in Schulhefte oder auf Butterbrotpapier schrieb (und illustrierte), Prinzessinnen. Wenn ich einsam durch die Gegend um unser Thüringer Dorf streifte, „sprach“ ich mit imaginären Prinzen, die durch Zufall in diese Einöde geraten waren und dort auf mich stießen. Natürlich verliebten sie sich auf der Stelle in mich und entführten mich dann auf ihrem weißen Ross.

Mit daran schuld war sicher meine Großmutter. Sie wohnte im Nachbardorf und ich verbrachte als Kind viel Zeit dort. Meine Großmutter erzählte immer von der Zeit, als sie als Küchenmädchen im Schloss gearbeitet hatte. Einmal im Jahr durften alle Angestellten mit der Herrschaft nach Weimar ins Theater fahren. Die Zeit im Schloss war für meine Großmutter die schönste in ihrem Leben. Und natürlich waren da die Märchen, die sowohl meine Oma als auch meine Mutter mir immer vorlasen. Dort wimmelte es ja geradezu von zu erlösenden Prinzessinnen.

Was also lag näher, als eine Figur zu schaffen, die als Kind die Räume eines – wenn auch zweckentfremdeten –  Schlosses durchstreift, weil ihre Mutter dort arbeitet und später mit dem Schlossherrn zusammenkommt?

Beim Schreiben sah ich mich anstelle von Clara (so hieß übrigens meine Urgroßmutter, die mir ebenfalls immer viele Märchen vorlas), wandelte mit ihr durch den Schlossgarten und staunte über die prunkvolle Ausstattung der Räume des Schlosshotels. So erfüllte ich mir doch noch meinen Mädchentraum.

Mehr über “Im Schatten der Vergangenheit” erfahrt ihr HIER.